Schon lange brodelt es im Westen Chinas. Dort leben die muslimischen Uiguren, die sich vom Westen der Volksrepublik benachteiligt fühlen. Die Größe Chinas wird zum Ballast: Der Riesenstaat schafft es nicht mehr, alle Volksgruppen zu integrieren. Die politische und wirtschaftliche Übermacht des östlichen Chinas wird nicht mehr von allen akzeptiert.
Wie ernst die Lage ist, zeigte die Abreise Hu Jintaos vom G8-Gipfel. Das massive Polizeiaufgebot in der Uiguren-Hauptstadt Urümqi wurde mit verbalen Drohungen untermauert: Die Uiguren-Anführer würden "empfindliche Strafen" erhalten, so die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Momentan hat sich die Lage in der Region stabilisiert, eine erneute Eskalation ist jedoch nicht auszuschließen.